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Kampagne "harlan-schliessen"

Über die Ziele der Kampagne gegen die Versuchstierzucht Harlan-Winkelmann in Borchen / Kreis Paderborn lesen

Harlan-Winkelmann

Informationen über Harlan-Winkelmann und den Handel mit sog. Versuchstieren (Lieferscheine, Fotos etc.) lesen

Über Tierversuche

Was Sie über Tierversuche wissen sollten - Texte, Literaturtipps und weiterführende Links zum Thema Tierversuche lesen



Mehrfach betonten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Harlan-Winkelmann, das sie keine Verantwortung dafür tragen, was mit den Tieren nach der Auslieferung geschieht. Wir sehen dies anders.
Die folgenden Versuchsbeschreibungen sind der "Datenbank-Tierversuche" entnommen. Es handelt sich dabei um Versuche an Tieren, die von Harlan-Winkelmann, Borchen stammen. Die Datenbank ist ein Gemeinschaftsprojekt von Ärzte gegen Tierversuche e.V. und Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V. Sie dient dazu die aktuelle Praxis der Tierversuche für die Öffentlichkeit transparent zu machen. Wir danken den BetreiberInnen für die Recherche.

Reproduktionsmedizin, Urologie

Erhaltung der Manneskraft durch Einpflanzen von Hodengewebe.

Tiere: mehr als 31 Mäuse, 15 Djungarische Hamster, 2 Weißbüscheläffchen (neugeboren)

Ein Experiment an Mäusen wird in Leeds, Großbritannien, durchgeführt. Die Tiere stammen aus der dortigen Universitätszucht. Zehn oder 80 Tage alte Mäuse werden getötet. Hodengewebe wird entnommen und unterschiedlich lange, bis zu einer Woche, eingefroren. "Empfänger"-Mäusen werden die eingefrorenen Hodenstückchen in ihren Hoden gepflanzt. Nach 50 Tagen werden die Tiere durch CO2-Inhalation erstickt.

Das zweite Experiment findet in Münster statt. Die verwendeten Nacktmäuse werden von Harlan-Winkelmann, Borchen bezogen, die Hamster und Affen stammen aus der institutseigenen Zucht. Drei erwachsene Hamster werden durch CO2, 12 junge Hamster und die beiden neugeborenen Weißbüscheläffchen durch Genickschlag getötet. Ihnen wird Gewebe aus den Hoden entnommen, das in kastrierte Nacktmäuse verpflanzt wird. Drei Mäuse sterben an einer Infektion. Die überlebenden werden 50, 100 oder 135 Tage später durch CO2-Inhalation getötet.

Die Arbeit wurde durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem British Council finanziell unterstützt.

Daten: Spermatogenesis and steroidogenesis in mouse, hamster and monkey testicular tissue after cryopreservation and heterotopic grafting to castrated hosts (Spermatogenese und Steroidogenese im Hodengewebe von Mäusen, Hamstern und Affen nach Kältekonservierung und Transplantation in kastrierte Empfänger)
Reproduction 2002: 124, 339-346
S. Schlatt (1)*, S. Samuel Kim (2), R. Gosden (3)
(1) Institut für Reproduktionsmedizin, 48149 Münster, (2) Department of Obstestrics and Gynecology, Eulji Medical School, Seoul, Korea, (3) Department of Obstestrics and Gynecology, Leeds University, Leeds, UK
Datenbank: Dokument 241

Traumatologie

Verhinderung einer Schädigung bei Mangeldurchblutung der Leber

Tiere: 52 Ratten

Die Ratten werden von Harlan-Winkelmann, Borchen bezogen. Bei einem Teil der Ratten wird zunächst 5 Tage lang in steigender Konzentration ein Bakteriengift in die Bauchhöhle injiziert. Zwei Tage später werden diese und zuvor unbehandelte Ratten operiert. Die Bauchdecke wird aufgeschnitten. Auf die Pfortader und die Leberarterie werden 90 Minuten lang Klemmen gesetzt, so dass die Leber für diesen Zeitraum nicht mehr durchblutet wird. In den Gallengang wird ein Katheter (Plastikschlauch) gelegt. Nach dem Öffnen der Klemmen werden in Abständen Blutproben genommen. Die Hälfte der zuvor nicht mit Bakteriengift behandelten Ratten stirbt. Nach 300 Minuten werden die überlebenden Tiere getötet.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und den Fond der Chemischen Industrie (FUS) finanziell unterstützt.

Daten: Effects of endotoxin tolerance on liver function after hepatic ischemia/reperfusion injury in the rat (Wirkung der Endotoxintoleranz auf die Leberfunktion nach einer Schädigung der Leber durch Minder-/Wiederdurchblutung bei der Ratte)
Critical Care Medicine 2002: 30 (1), 165-170
E. Domínguez Fernández (1,2), F. Siemers (2), S. Flohé (2,3), M. Nau (2), F.U. Schade (2)
(1) Abteilung für Allgemeine Chirurgie, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Heidelberg, (2) Klinische Forschungsgruppe Schock und Multiples Organversagen, Universität Essen, Essen (3) Abteilung für Traumachirurgie, Universität Essen, Essen
Dantebank: Dokument 215

Alzheimer-Forschung, Pharmakologie

Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass Cholesterinhemmer das Auftreten der Alzheimer-Erkrankung vermindern können. Die näheren Umstände sollen hier tierexperimentell untersucht werden.

Tiere: 21 Meerschweinchen

Die Meerschweinchen stammen von Versuchstierzüchter Harlan- Winkelmann, Borchen. Dem Futter der Tiere werden je nach Tiergruppe ein von zwei Cholesterinhemmern oder Cholesterin zugesetzt. Drei bis vier Wochen später werden die Meerschweinchen getötet, ihre Gehirne untersucht.
Die Arbeit wurde unterstützt durch: Alzheimer-Forschungsinitiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Swedish Science Council und Herz-Lungen-Stiftung.

Daten:High doses of simvastatin, pravastatin, and cholesterol reduce brain cholesterol synthesis in guinea pings (Simvastatin, Pravastatin und Cholesterin in hohen Dosen reduziert die Cholesterinsynthese bei Meerschweinchen)
Steroids 2004: 69, 431-438
Dieter Lütjohann (1)*, Mark Stroick (2), Thomas Bertsch (3), Sandra Kühl (2), Bernhard Lindenthal (1), Karin Thelen (1), Ulla Andersson (4), Ingemar Björkhem (4), Klaus von Bergmann (1), Klaus Fassbender (5)
(1) Abteilung für Klinische Pharmakologie, Universität Bonn, 53105 Bonn, (2) Abteilung für Neurologie, Universitätsklinikum Mannheim der Universität Heidelberg, (3) Abteilung für Klinische Chemie, Universitätsklinikum Mannheim der Universität Heidelberg, (4) Department of Medical Laboratory Science and Technology, Karolinska Institute, Huddinge University Hospital, Huddinge, Schweden, (5) Abteilung für Neurologie, Universität Göttingen
Datenbank: Dokument 410

Toxikologie

Gelenkschäden als Nebenwirkungen eines Antibiotikums

Tiere: 48 Beagles

Die Hunde werden von Versuchstierzüchter Harlan Winkelmann, Borchen, bezogen. Sie sind zu Beginn der Experimente 13-16 Wochen alt. Die Tiere erhalten täglich zwei Wochen lang ein Antibiotikum mit einer Schlundsonde in den Magen eingegeben. Je nach Gruppe werden drei verschiedene Dosierungen gegeben. Tiere, die hohe Dosierungen erhalten, haben zum Teil ein geschwollenes Gesicht, gerötete Haut, und sie erbrechen und speicheln oftmals nach der Medikamenteneingabe. Einige Hunde haben Gelenkprobleme und benutzen die Oberseite des Vorderfusses zum Stehen. Unmittelbar nach der letzten Gabe wird die Hälfte der Welpen auf nicht näher beschriebene Weise getötet. Die anderen Hunde werden fünf Monate später getötete. Die Schulter-, Ellbogen-, Hüft- und Kniegelenke werden untersucht.

Daten: Effects of ciprofloxacin on joint cartilage in immature dogs immediately after dosing and after a 5-month treatment-free period (Wirkung von Ciprofloxacin auf Gelenkknorpel bei nicht ausgewachsenen Hunden unmittelbar nach der Gabe und nach einer behandlungsfreien Zeit von 5 Monaten)
Archives of Toxicology 2004: 78, 418-424
Eckhard von Kreutz (1)*, Christiane Rühl-Fehlert (1), Wolfgang Drommer (2), Martin Rosenbruch (1)
(1) Pharma-Forschungszentrum, Bayer HealthCare AG, 42096 Wuppertal, (2) Tierärztliche Hochschule Hannover
Dantenbank: Dokument 440

Pharmakologie

Pharmakokinetik, d.h., die Aufnahme, Verteilung, Verstoffwechslung und Ausscheidung eines neuen Wirkstoffes gegen Thromboembolie (Gefäßverschluss)

Tiere: mindestens 228 Ratten, 21 Beagles

Die Ratten und Hunde werden von Harlan Winkemann, Borchen, bezogen. An den Tieren wird die Pharmakokinetik, d.h., die Aufnahme, Verteilung, Verstoffwechslung und Ausscheidung eines neuen Wirkstoffes gegen Thromboembolie (Gefäßverschluss) getestet. Die Substanz wird oral per Schlundsonde verabreicht oder in eine Vene gespritzt. Bei einigen Ratten wird die Substanz außerdem unter Narkose in den Gallengang injiziert. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten, z.T. nach 10 oder 24 Stunden, z.T. nach 7 Tagen werden die Ratten durch Aufschneiden der Halsarterie unter Narkose getötet. Bei den Hunden werden zu unterschiedlichen Zeiten Blutproben abgenommen. Außerdem wird Blut von Mäusen, Ratten, Kaninchen, Schweinen, Hunden, Affen und Menschen für In-vitro-Studien verwendet.

Daten: Pharmacokinetics of BAY 59-7939 – an oral, direct Factor Xa inhibitor – in rats and dogs  (Pharmakokinetik von BAY 59-7939 – ein oraler, direkter Hemmer von Faktor Xa, bei Ratten und Hunden)
Xenobiotica 2005: 35(9), 891-910
C. Weinz*, U. Buetehorn, H.-P. Daehler, C. Kohlsdorfer, U. Pleiss, S. Sandmann, K.-H. Schlemmer, T. Schwarz, W. Steinke
Bayer HealthCare AG, 42096 Wuppertal
Datenbank: Dokument 568

Krebsforschung, Ernährungsforschung

Zusammenhang zwischen Fett in der Nahrung und Bauchspeicheldrüsenkrebs

Tiere: 90 Syrische Hamster

Die Hamster stammen von Versuchstierzüchter Harlan Winkelmann, Borchen. Die 90 Tiere werden in 6 Gruppen zu je 15 Hamstern eingeteilt. Je zwei Gruppen erhalten mit Soja-, Oliven-, oder Fischöl angereichertes Futter. Bei jeweils einer von zwei Gruppen wird Bauchspeicheldrüsenkrebs ausgelöst. Dazu wird den Tieren einmal wöchentlich eine Chemikalie unter die Haut gespritzt. 32 Wochen nach Beginn der Experimente werden alle Tiere unter Äthernarkose getötet.

Daten: Does enteral nutrition of dietary polyunsaturated fatty acids promote oxidative stress and tumour growth in ductal pancreatic cancer? Experimental trial in Syrian Hamster (Fördert eine enterale Ernährung mit mehrfach-ungesättigten Fettsäuren oxidativen Stress und Tumorwachstum beim Krebs der Bauchspeicheldrüsengänge? Eine experimentelle Studie mit Syrischen Hamstern)
Prostaglandins, Leukotrienes and Essential Fatty Acids 2006, 74, 67-74
J.I. Gregor (1), I. Heukamp (2), M. Kilian (1), C. Kiewert (1), I. Schimke (3), G. Kristiansen (4), M.K. Walz (5), C.A. Jacobi (1), F.A. Wenger (5)*
(1) Klinik für Allgemeine, Viszerale, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Charité Campus Mitte, Humboldt-Universität Berlin, 10117 Berlin, (2) Klinik für Innere Medizin IV, Charité Campus Mitte, Humboldt-Universität Berlin, (3) Klinik für Innere Medizin I, Charité Campus Mitte, Humboldt-Universität Berlin, (4) Institut für Pathologie, Charité Campus Mitte, Humboldt-Universität Berlin, (5) Klinik für Chirurgie und Zentrum für Minimalinvasive Chirurgie, Kliniken Essen-Mitte, Essen
Datenbank: Dokument 598

Transplantationsmedizin

Unterdrückung der Abstoßungsreaktion bei Transplantationsempfängern mit Krebs

Tiere: ca. 72 Ratten

Die Ratten werden der Firma Harlan Sprague-Dawley in Borchen bezogen. Ratten werden getötet, um ihre Herzen zu entnehmen. Diese werden anderen Ratten als zusätzliches Herz eingepflanzt. Für nähere Angaben zur Operation wird auf eine Arbeit aus dem Jahr 1969 verwiesen. Ein Teil der Ratten erhält am 5. und 6. Tag nach der Operation Cyclosporin, ein Mittel, das die körpereigene Abwehr herabsetzt und so die Abstoßungsreaktion unterdrückt. Eine zweite Gruppe Ratten wird mit einem Testmittel, das beim Menschen zur Krebstherapie eingesetzt wird, behandelt. Eine weitere Gruppe erhält gar keine Behandlung. Bei den unbehandelten Tieren wird das zweite Herz nach 6-7 Tagen, bei den behandelten nach 6-18 Tagen abgestoßen. Das weitere Schicksal der Ratten wird nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde unterstützt durch Roche Forschungsstiftung für Organtransplantation, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Universität Regensburg.

Daten: Paclitaxel saves rat heart allografts from rejection by inhibition of the primed anti-donor humoral and cellular immune response: implications for transplant patients with cancer (Paclitaxel verhindert die Abstoßung von Rattenherztransplantaten durch Hemmung der Starter-Anti-Empfänger-Immunantwort auf Ebene der Körperflüssigkeiten und der Zellen: Bedeutung für Transplantationspatienten mit Krebs)
Transplantation International 2003: 16, 471-475
Stefan Tange (1), Marcus N. Scherer (1), Christian Graeb (1), Joachim Andrassy (1), Martin Justl (1), Erika Frank (1), Karl-Walter Jauch (1), Edward K. Geissler (1)* (1) Chirurgische Klinik, Universität Regensburg, 93053 Regensburg
Datenbank: Dokument 306

Diabetes-Forschung

Wirkung eines Botenstoffes bei Mäusen mit künstlich hervorgerufenem Diabetes

Tiere: mindestens 64 Mäuse (wahrscheinlich wesentlich mehr)

Die Mäuse eines bestimmten Stammes werden von Harlan Winkelmann, Borchen, bezogen. Bei diesem Stamm neigen die männlichen Tiere dazu, nach Injektion eines Giftes Diabetes zu bekommen, die weiblichen sind gegen Diabetes resistent. Sowohl männlichen als auch weiblichen Mäusen wird das Gift an fünf aufeinanderfolgenden Tagen in die Bauchhöhle injiziert. Gruppen von männlichen Mäusen wird außerdem an 13 aufeinanderfolgenden Tagen Interleukin-11 (Botenstoff der körpereigenen Abwehr) ebenfalls in die Bauchhöhle injiziert. Kontrollgruppen erhalten nur den Botenstoff oder bleiben gänzlich unbehandelt. 20 Wochen lang wird einmal wöchentlich auf nicht näher bestimmte Weise Blut abgenommen. In einem anderen Experiment werden Mäuse am ersten und dritten Tag nach der Giftinjektion getötet, um die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zu untersuchen.
Diese Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Bundesgesundheitsministerium finanziell unterstützt.

Daten:Interleukin-11 inhibits NF-kB and AP-1 activation in islets and prevents diabetes induced with stretozotocin in mice (Interleukin-11 hemmt die Aktivierung von NF-kB und AP-1 in den Inseln der Bauchspeicheldrüse und verhindert durch Streptozotocin hervorgerufenen Diabetes bei Mäusen)
Experimental Biology and Medicine 2004, 229: 425-436
Abdelhakim Lgssiar (1), Mohamed Hassan (2), Patricia Schott-Ohly (1), Nadira Friesen (1), Ferdinando Nicoletti (3), William L. Trepicchio (4), Helga Gleichmann (1)*
(1) Deutsches Diabetes-Zentrum, Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 40223 Düsseldorf, (2) Institut für Pathologie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, (3) Institut für Pathophysiologie, University of Catania, Catania, Italien, (4) Wyeth Research, Andover, Massachusetts, USA
Datenbank: Dokument 334

Parkinson-Forschung

Wirkung einer Testsubstanz bei einer experimentell hervorgerufenen, Parkinson-ähnlichen Erkrankung

Tiere: 50 Ratten

Die Ratten werden von Versuchstierzüchter Harlan Winkelmann, Borchen, bezogen. Unter Narkose wird ihr Kopf in einen stereotaktischen Apparat eingespannt. In einen bestimmten Bereich des Gehirns wird ein Gift gespritzt, das Nervenzellen zerstört. So soll eine Parkinson-ähnliche Krankheit des Menschen, die im Tierreich nicht vorkommt, nachgeahmt werden. Einige Ratten erhalten außerdem eine Substanz in das Gehirn injiziert, die die Nervenzellen schützen soll. Zwei Wochen später wird das Bewegungsvermögen der Ratten getestet. Dazu werden die Tiere einzeln in eine Kiste gesetzt, in der sie sich frei bewegen können. Mit Hilfe von Lichtschranken werden 12 Stunden lang ihre nächtlichen Bewegungen aufgezeichnet. Dann werden die Ratten geköpft.

Daten: Failure of caspase inhibition in the double-lesion rat model of striatonigral degeneration (multiple system atrophy) (Versagen einer Caspase-Hemmung beim Doppelschaden-Rattenmodell der striatonigralen Degeneration (Multisystematrophie))
Acta Neuropathologica, published online 10.11.2004, 10.1007/s00401-004-0931-2
Laura Mantoan (1), Nadia Stefanova (1), Karl E. Egger (1), Kurt A. Jellinger (1), Werner Poewe (1), Gregor K. Wenning (1)*
(1) Neurologische Klinik, Medizinische Hochschule Innsbruck, 6020 Innsbruck, Österreich
Datenbank: Dokument 377

Neuropharmakologie, Psychopharmakologie

Wirkung einer Cannabis-ähnlichen Substanz auf das Sozial- und Spielverhalten von jungen Ratten mit experimenteller Hirnschädigung

Tiere: mindestens 92 Ratten

Die Ratten stammen zum Teil von Versuchstierzüchter Harlan-Winkelmann, Borchen, zum Teil aus der institutseigenen Zucht. Unmittelbar nach der Geburt werden einige neugeborene Ratten getötet, um die Anzahl der Babys pro Wurf auf jeweils 8 zu reduzieren. Am 7. Lebenstag werden die Rattenbabys 15-20 Minuten lang auf Eis gelegt. Durch die Kälte betäubt, wird der Kopf der Tiere in einen stereotaktischen Apparat mit Ohr- und Maulhaltern gespannt. Eine Kanüle wird durch die Schädeldecke in das Gehirn gesteckt, um eine Substanz zu injizieren, die Teile des Gehirngewebes zerstört. Anschließend werden die Ratten auf einer Heizplatte wieder aufgewärmt. Im Alter von etwa einem Monat wird das Sozial- und Spielverhalten nach einem standardisierten Muster beobachtet. Zwischen dem 40. und 65. Lebenstag erhalten einige Ratten insgesamt 20 Injektionen eines Cannabis-ähnlichen Stoffes in die Bauchhöhle injiziert. Zwischen dem 80. und 85. Lebenstag wird ihr Verhalten erneut beobachtet. Anschließend werden die Tiere betäubt und durch Injektion von Formalin getötet. Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Daten:Deficient social and play behavior in juvenile and adult rats after neonatal cortical lesion: effect of chronic pubertal cannabinoid treatment (Vermindertes Sozial- und Spielverhalten bei jugendlichen und erwachsenen Ratten nach Hirnschädigung im Neugeborenenalter: Wirkung von chronischer Behandlung mit einem Cannabis-ähnlichen Stoff während der Pubertät)
Neuropsychopharmacology 2005: 30, 944-957
Miriam Schneider (1)*, Michael Koch (1)
(1) Abteilung für Neuropharmakologie, Institut für Hirnforschung, Universität Bremen, 28334 Bremen
Datenbank: Dokument 405

Bildgebende Verfahren

Darstellung von geschädigten Rattenhirnen mittels bildgebender Verfahren

Tiere: 28 Ratten

Die Ratten werden von Harlan Winkelmann, Borchen, bezogen. Unter Narkose wird der Kopf der Tiere in einen stereotaktischen Halter eingespannt. Den Tieren wird eine radioaktive Substanz gespritzt, die sich in bestimmten Bereichen des Gehirns anreichert. Diese Strukturen werden mit Hilfe eines Magnetresonanz-Verfahrens bildlich dargestellt. Bei einigen Ratten wird 7 Wochen zuvor durch Injektion einer Substanz in das Gehirn, ein bestimmter Gehirnbereich geschädigt. Die Schädigung soll eine Parkinson-Erkrankung simulieren. Die Tiere mit den Hirnschädigungen werden durch Köpfen getötet. Über das Schicksal der anderen Ratten wird nichts berichtet.

Daten:Evaluation of striatal dopamine transporter function in Rats by in vivo ß-(123I)CIT pinhole SPECT (Auswertung der Dopamin-Transporterfunktion im Streifenhügel (Gehirnbereich) von Ratten durch in vivo ß-(123I)CIT pinhole SPECT)
NeuroImage 2002: 17, 128-141
Christoph Scherfler (1)*, Eveline Donnemiller (2), Michael Schocke (3), Katja Dierkes (1), Clemens Decristoforo (2), Michael Oberladstätter (2), Christian Kolbitsch (4), Fritz Zschiegner (4), Georg Riccabona (2), Werner Powe (1), Gregor Wenning (1)
(1) Abteilung für Neurologie, Leopold-Franzens Universität Innsbruck, 6020 Innsbruck, Österreich, (2) Abteilung für Nuklearmedizin, Leopold-Franzens Universität Innsbruck, (3) Abteilung für Magnetresonanz Imaging und Spektroskopie, Leopold-Franzens Universität Innsbruck, (4) Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Leopold-Franzens Universität Innsbruck
Datenbank: Dokument 417

Neuropharmakologie

Wie wird Appetitverhalten gesteuert?

Tiere: 12 Ratten

Die Ratten werden von Versuchstierzüchter Harlan Winkelmann, Borchen, bezogen. Sie werden zunächst drei Tage lang darauf trainiert, einen Hebel zu drücken, um ein Futterpellet zu erhalten. Dann werden die Tiere operiert. Der Kopf wird in einen stereotaktischen Halter eingespannt. Zwei Kanülen (Stahlröhren) werden durch den Schädelknochen in einen Bereich des Gehirns gesteckt, der für den Appetit zuständig ist. Die Kanülen werden mit Zahnzement und drei Schrauben am Schädelknochen fixiert. Nach der Operation dürfen sich die Tiere 5 Tage erholen. Für das eigentliche Experiment werden die im Kopf steckenden Kanülen mit einem Schlauch verbunden, durch den eine Substanz, ein Gegenspieler des Nervenüberträgerstoffes Dopamin, in das Gehirn injiziert wird. Einige Ratten erhalten eine wirkungslose Kochsalzlösung. Nun müssen die Ratten wieder den Hebel drücken, um an ein Futterpellet zu gelangen. Allerdings wird jedes Mal die Anzahl der nötigen Hebelbewegungen erhöht, d.h. die Tiere müssen sich von Mal zu Mal mehr anstrengen, um an das Futter zu kommen. Sie müssen den Hebel 3, 6, 9, 12 mal usw. drücken, bis sie Futter erhalten. Es wird ermittelt, ab welchem Aufwand sie aufgeben. Schließlich werden die Ratten durch Injektion eines Giftes in die Bauchhöhle getötet.

Daten: Dopamine in the orbitofrontal cortex regulates operant responding under a progressive ratio of reinforcement in rats (Dopamin im oribitofrontalen Cortex reguliert Operant-Antwort bei zunehmender Animierung von Ratten)
Neuroscience Letters 2004: 370, 114-117
Timur Cetin (1), Florian Freudenberg (1), Martina Füchtemeier (1), Michael Koch (1)*
(1) Abteilung für Neuropharmakologie, Hirnforschungsinstitut, Universität Bremen, 28334 Bremen
Datenbank: Dokument 418

Neurologie, Hirnforschung

Auswirkungen einer Schädigung eines bestimmten Hirnbereiches als Schizophrenie-Modell

Tiere: mehr als 80 Ratten

Die in dieser Arbeit verwendeten Ratten sind Nachkommen von Tieren, die von Versuchstierzüchter Harlan Winkelmann, Borchen, bezogen wurden. Direkt nach der Geburt werden die Würfe auf jeweils 8 männliche Babys "gekeult", d.h. alle anderen Babys werden getötet. Zum Teil werden Babys auch auf andere Mütter verteilt. Im Alter von 7 Tagen werden die Rattenbabys operiert. Ihr Kopf wird in einen stereotaktischen Halter eingespannt. Die Kopfhaut wird eingeschnitten und eine Kanüle durch den Schädelknochen in das Gehirn gestochen. Bei einigen Tieren wird eine Substanz injiziert, die einen bestimmten Teil des Gehirns zerstört. Es ist von Pilotversuchen die Rede, in denen die Zerstörung des Gehirnbereichs getestet wurde. Als erwachsene Tiere werden die Ratten verschiedenen Lern- und Verhaltenstests unterzogen.

Eine Ratte wird in einen 8-armigen Irrgarten gesetzt. Am Ende jedes Arms befindet sich ein Futterpellet. Die Arme können durch eine durchsichtige Falltür verschlossenen werden. Die Ratte wird, wenn sie einen Arm betritt, dort für 30 Sekunden durch Herunterlassen der Tür eingesperrt. Sucht die Ratte bei den folgenden Versuchen alle 8 futterbestückten Arme hintereinander auf, ohne ihre Zeit in bereits leeren Armen zu verschwenden, wird das als gutes Lernverhalten gewertet.

In einem anderen Experiment lernt die Ratte einen Hebel zu drücken, um an ein Futterpelett zu kommen. In den folgenden Tagen wird der Zugang zum Futter erschwert. Die Ratte muss den Hebel erst 2, dann 4, 6, 9, 12 mal usw. drücken, um Futter zu erhalten. Es wird der Zeitpunkt bestimmt, an die Ratte keine Motivation mehr hat und aufgibt.

Weiterhin wird die Reaktion einer Ratte in einem "offenen Feld" und in einer mit lauten Tönen beschallten Kammer beobachtet, nachdem ihr eine Testsubstanz injiziert wurde.

Im Alter von ca. 500 Tagen werden die Ratten getötet, indem sie unter Narkose mit Formalin durchströmt werden.

Daten: Effects of neonatal excitotoxic lesions of the entorhinal cortex on cognitive functions in the adult rat (Wirkung einer neonatalen exzitotoxische Schädigungen des entorhinalen Cortex auf die kognitiven Funktionen bei erwachsenen Ratten)
Neuroscience 2004: 128, 365-374
S. Schmadel (1)*, K. Schwabe (1), M. Koch (1)
(1) Hirnforschungszentrum, Abteilung für Neuropharmakologie, Universität Bremen, 28334 Bremen
Datenbank: Dokument 423

Psychopharmakologie

Wirkung von Cannabis bei hirngeschädigten Ratten

Tiere: mehr als 71 Ratten

Erwachsene Ratten werden von Versuchstierzüchter Harlan Winkelmann, Borchen, bezogen und paarweise gehalten. Ein Teil der Nachkommen wird gleich nach der Geburt getötet, damit jeder Wurf aus nicht mehr als acht, möglichst männlichen Jungtieren besteht. Am 7. Lebenstag werden die Rattenbabys auf Eis gelegt, um sie zu betäuben. Der Kopf wird in einen stereotaktischen Apparat eingespannt. Mit einer Injektionsnadel wird eine Substanz in das Gehirn injiziert, die bestimmte Gehirnbereiche zerstört. Vom 40. bis 65. Lebenstag erhalten die Tiere insgesamt 20 Injektion einer Cannabis-ähnlichen Substanz in die Bauchhöhle injiziert. Sowohl vor als auch nach der Cannabis-Behandlung wird das Sozialverhalten der Tiere getestet. Es wird beobachtet, wie sich die Ratten gegenüber Artgenossen verhalten und auf einem "offenen Feld", einer großen Platte bewegen. Am Ende der Experimente werden alle Ratten mit einem Gift getötet.
Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Daten: Deficient social and play behavior in juvenile and adult rats after neonatal cortical lesion: Effects of chronic pubertal cannabinoid treatment (Vermindertes soziales und Spielverhalten bei jungen und erwachsenen Ratten mit Hirnrindenschäden kurz nach der Geburt: Wirkung einer chronischen Einnahme eines Cannabis-ähnlichen Stoffes während der Pubertät)
Neuropsychopharmacology 2005: 30, 944-957
Miriam Schneider (1)*, Michael Koch (1)
(1) Abteilung für Neuropharmakologie, Institut für Hirnforschung, Universität Bremen, 28334 Bremen
Datenbank: Dokument457

Psychopharmakologie

Wirkung einer Cannabis-ähnlichen Substanz auf das Verhalten von Ratten

Tiere: 40 Ratten

Die Ratten werden von Versuchstierzüchter Harlan Winkelmann, Borchen, bezogen. Sie werden in vier Gruppen eingeteilt. Je nach Gruppe erhalten sie unterschiedliche Dosierungen eines Cannabis-ähnlichen Stoffes injiziert. Die Kontrollgruppe erhält eine wirkungslose Substanz. Vor und nach der Injektion werden die Tiere im Abstand von jeweils mindestens 24 Stunden verschiedenen Verhaltenstests unterzogen. Beim "Bewegungsaktivitätstest" wird eine Ratte in eine große, mit Lichtschranken ausgestattete Box gesetzt und ihr Verhalten beobachtet. In einem anderen Test wird registriert, welche von zwei verschiedene Sorten Futter die Ratten lieber fressen. Bei einem dritten Test müssen die Tiere einen Hebel drücken, um ein Futterpellet zu erhalten. Beim jedem Pellet wird die Anzahl der Hebelbetätigungen erhöht. Das heißt, die Ratte muss jedes Mal häufiger drücken, um an Futter zu kommen. Es wird festgestellt, wann der Aufwand (bei welcher Anzahl von Hebelbetätigungen) für die Ratte zu groß wird.
Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Daten: Effects of the cannabinoid receptor agonist win 55,212-2 on operant behavior and locomotor activity in rats (Wirkung des Cannabis-Rezeptoragonisten WIN 55,212-2 auf das Verhalten und die Bewegungsaktivität bei Ratten)
Pharmacology, Biochemistry and Behavior 2005: 80, 145-150
Eva Drews (1), Miriam Schneider (1), Michael Koch (1)*
(1) Institut für Hirnforschung, Abteilung für Neuropharmakologie, Universität Bremen, 28334 Bremen
Datenbank: Dokument 458

Psychopharmakologie

Übertragbarkeit eines "Tiermodells" für die Schizophrenie von Sprague-Dawley-Ratten auf Wistar-Ratten

Tiere: 28 Ratten

Die Ratten werden von Harlan-Winkelmann, Borchen, bezogen. Die Tiere werden elf Tage lang einmal täglich mit Substanzen gespritzt, die Veränderungen im Gehirn bewirken. Auf diese Weise soll im "Tiermodell" Schizophrenie nachgeahmt werden. In den folgenden zehn Tagen werden täglich Tests durchgeführt. Dabei wird eine Ratte in einen Käfig mit Drahtgitterboden und einem Sensor darunter gesetzt. Über einen Lautsprecher werden verschiedene Töne abgespielt. Immer erst ein leiser Ton gefolgt von einem lauten Ton. Mit dem Sensor wird gemessen, inwieweit sich die Ratten vor dem lauten Ton erschrecken und zusammenzucken. Das weitere Schicksal der Ratten wird nicht beschrieben.
Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Daten: Clozapine enhances disruption of prepulse inhibition after sub-chronic dizocilpine- or phenylcyclidine-treatment in Wistar rats (Clozapin verstärkt die Unterbrechung einer Prepulse-Hemmung nach subchronischer Verabreichung von Dizocilpin oder Phenylcyclidin bei Wistar-Ratten)
Pharmacology, Biochemistry and Behavior 2005: 80, 213-219
Kerstin Schwabe (1), Jan Brosda (1), Nico Wegener (1), Michael Koch (1)*
(1) Abteilung für Neuropharmakologie, Hirnforschungsinstitut, Universität Bremen, 28334 Bremen
Datenbank: Dokument 459

Pharmakologie

Zwei in der Entwicklung befindliche Herzmedikamente hatten in vorangegangenen Studien unkoordinierte Bewegungen und Schwäche der Hinterbeine bei Ratten gezeigt. Diese Nebenwirkungen sollten in dieser Studie näher untersucht werden. Die Nebenwirkungen konnten bestätigt werden, sie verschwanden innerhalb von sieben Tagen nach Verabreichung der Medikamente

Tiere: 96 Ratten

Die Ratten stammen von Versuchstierzüchter Harlan Winkelmann GmbH, Borchen. Sie werden einzeln in Plastikkäfigen gehalten. In drei Gruppen eingeteilt, erhalten zwei Gruppen Ratten jeweils eines von zwei in der Entwicklung befindlichen Herzmedikamenten in eine Vene injiziert. Eine dritte Gruppe Ratten erhält als Kontrolle eine Kochsalzlösung. Nach 2 Stunden, einem, 7 und 21 Tagen werden verschiedene Verhaltenstests durchgeführt. Die Bewegungen der Tiere werden mit Infrarotlichtschranken registriert und ihr Verhalten wird in einem "offenen Feld" beobachtet. Außerdem werden verschiedene Reflexe getestet. Am Ende der Experimente werden die Tiere auf nicht beschriebene Weise getötet.

Daten: Functional observational battery and motor activity in rats after single administration of two NHE 1 inhibitors (Funktionelle Beobachtungstestbatterie und Motoraktivität bei Ratten nach einer einzelnen Verabreichung von zwei NHE-1-Hemmern)
Toxicology and Applied Pharamcology 2005: 208, 266-276
Nicole Hübler (1), Barbara Gottschling (1)*, Maren Jacobs (1), Friedrich von Landenburg (1), Marion Hewicker-Trautwein (2)
(1) Merck KGaA, Institut für Toxikologie, 64293 Darmstadt, (2) Tierärztliche Hochschule Hannover
Datenbank: Dokument 488

Pharmakologie

Test eines potentiellen Schmerzmittels

Tiere: Ratten (unbekannte Anzahl)

Die Ratten stammen aus der Versuchstierzucht Harlan Winkelmann, Borchen. Den Tieren wird ein potentielles Schmerzmittel oral in verschiedenen Dosen eingegeben. Dann wird bei den Tieren auf verschiedene Weise akuter oder chronischer Schmerz hervorgerufen und die Reaktionen beobachtet:
- Der Schwanz einer Ratte wird mit einer Infrarotlampe bestrahlt. Die Zeit, bis das Tier den Schwanz wegzieht, wird gemessen.
- Eine Ratte wird auf eine 53 Grad heiße Platte gesetzt. Wenn die Ratte die Pfoten leckt, hochhebt oder versucht von der Platte zu laufen, wird dies als Schmerzreaktion bewertet.
- Unter Narkose wird ein Ischiasnerv mit einem Faden teilweise abgebunden. Das Schmerzmittel wird 19 Tage nach der Operation verabreicht, wenn die Ratten konstante Schmerzreaktionen zeigen.
- Bei anderen Ratten werden um den Ischiasnerv 4 lockere Schlingen gelegt. Das Schmerzmittel wird nach 8-10 Tagen getestet.
- Um einen Kälteschmerz zu testen, wird Aceton auf eine Hinterpfote getropft. Die Häufigkeit mit der die Ratte ihre Pfote schüttelt oder leckt, wird bestimmt.
- Die Haut der Fußsohle mit einer Pinzette gezwickt. Wegziehen, Schütteln, Lecken der Pfote werden beobachtet.
- Eine Kunststofffaser wird auf die Fußsohle gedrückt. Die Zeit bis zum Zurückziehen der Pfote wird bestimmt.
- In die linke Hinterpfote wird Freund's Adjuvans, eine ölige, reizende Substanz, injiziert.
Das weitere Schicksal der Ratten wird nicht beschrieben.

Daten: Ambroxol, a Nav1.8-preferring Na+ channel blocker, effectively suppresses pain symptoms in animal models of chronic, neuropathic and inflammatory pain (Ambroxol, ein Nav1.8-vorziehender Na+ Kanalblocker, unterdrückt erfolgreich Schmerzsymptome in Tiermodellen des chronischen, neuropathischen und entzündlichen Schmerzes)
Neuropharmacology 2005: 49, 1220-1227
Wolfram Gaida (1), Klaus Klinder (2), Kirsten Arndt (1), Thomas Weiser (1)*
(1) Abteilung ZNS-Forschung, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH, 88397 Biberach, (2) Drug Discovery Support, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH, Biberach
Datenbank: Dokument 507

Reproduktionsmedizin

Um die Spermienreifung von jugendlichem Hodengewebe zu beschleunigen, kann das Gewebe von Hamstern, Ziegen, Schweinen und Makaken auf Nacktmäuse verpflanzt werden, die wie ein "Inkubator" wirken. Nur bei Weißbüscheläffchen klappt diese Methode nicht. In dieser Arbeit wird nun ausprobiert, ob sich die Spermienreifung von Weißbüscheläffchengewebe in Nacktmäusen beschleunigen lässt, wenn gleichzeitig Hamsterhoden transplantiert wird. Als entferntes Ziel wird angegeben, die Zeugungsfähigkeit von Krebspatienten erhalten zu können.

Tiere: 10 Weißbüscheläffchen, 20 Hamster, 37 Nacktmäuse

Die Hamster und Weißbüscheläffchen stammen aus der universitätseigenen Zucht, die Mäuse werden bei Harlan Winkelmann, Borchen, bestellt. Fünf Tage alte Hamster und junge Weißbüscheläffchen (neugeboren bis 7 Monate) werden getötet, die Hamster durch Köpfen, die Affen durch Ausbluten unter Narkose. Ihre Hoden werden entnommen. Halbe Hamsterhoden und entsprechend große Affenhodenstücke werden Nacktmäusen unter die Rückenhaut gepflanzt. Dazu wird bei den Mäusen unter Narkose ein 4-5 mm langer Hautschnitt gemacht, die Gewebestücke werden in eine Tasche unter der Haut gesteckt. Die Haut wird zugeklammert. Zwölf Wochen später werden die Transplantate unter erneuter Narkose entnommen. Eine Tötung der Mäuse wird nicht erwähnt, ist aber wahrscheinlich.
Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Daten: CoGrafting of hamster (Phodopus sungorus) and marmoset (Callithrix jacchus) testicular tissues into nude mice does not overcome blockade of early spermatogenic differentiation in primate grafts (Co-Transplantation von Hodengewebe von Hamstern (Phodopus sungorus) und Weißbüscheläffchen (Callithrix jacchus) auf Nacktmäuse überwindet die Blockade einer frühen, spermienbildenden Differentierung bei Primatentransplantaten nicht)
Biology of Reproduction 2004: 71, 2087-2091
Joachim Wistuba (1), Marvin Mundry (1), C. Marc Luetjens (1), Stefan Schlatt (1,2)*
(1) Institut für Reproduktionsmedizin, Universität Münster, 48129 Münster, (2) Department of Cell Biology and Physiology, University of Pittsburgh, Pittsburgh, Pennsylvania, USA
Datenbank: Dokument 535