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Ärzte gegen Tierversuche Pressemitteilung 29.11.2007
Tierschützer schlagen Alarm
Tierversuche steigen in der EU
Mehr als 12,1 Millionen Tiere wurden im Jahr 2005 in der EU zu Versuchszwecken verwendet. Die jetzt von der EU-Kommission veröffentlichten Zahlen zeigen einen Anstieg um 12 % gegenüber 2002. Die Statistik wird alle drei Jahre herausgegeben. Erstmals wurden auch die Versuchstiere in den zehn neuen EU-Staaten gezählt. Diese verbrauchten zusammen 1.047.284 Tiere. Vergleicht man die Zahlen zwischen 2002 und 2005 für die EU-15, so ergibt sich eine Erhöhung um 3,1 %.
Für die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche ist die Tendenz alarmierend. "Es müssen endlich konkrete Schritte eingeleitet werden, um den seit Jahren anhaltenden Aufwärtstrend sowohl in Deutschland als auch in der EU zu stoppen", so Dr. med. vet. Corina Gericke, Fachreferentin bei Ärzte gegen Tierversuche. Solche Schritte beinhalten nicht nur eine verstärkte finanzielle Förderung tierversuchsfreier Testmethoden. Die Ärztevereinigung
fordert außerdem rigorose "Erfolgskontrollen" für Tierversuche einzuführen. "Dann würde sich bald herausstellen, dass Experimente an Tieren zu keinen sinnvollen Ergebnissen führen und sie müssten eingestellt werden", erläutert Gericke.
Den höchsten Anteil an den EU-Tierversuchen hatten mit 53% die Mäuse, gefolgt von Ratten (19%) und Fischen (14%). Außerdem wurden 3.898 Katzen, 24.119 Hunde und 10.443 Affen sowie Tiere vieler weiterer Arten in Europas Labors verbraucht.
Frankreich meldete die höchste Zahl verwendeter Tiere (2.325.398), gefolgt von Großbritannien (1.874.207) und Deutschland (1.822.424). Als einziges EU-Land verwendet Malta überhaupt keine Versuchstiere.
Die EU-Statistik umfasst nur Tiere, an denen Tierversuche vorgenommen wurden. Zu wissenschaftlichen Zwecken getötete Tiere werden zwar seit 2000 in Deutschland erfasst, fließen aber nicht in die EU-Statistik ein. Deshalb ist für Deutschland eine Zahl von rund 1,8 Millionen statt der tatsächlichen 2.412.678 für das Jahr 2005 angegeben. Geht man davon aus, der der Prozentsatz für die zu wissenschaftlichen Zwecken getöteten Tiere in den anderen Ländern ähnlich ist, wie in Deutschland, käme man auf insgesamt über 16 Millionen tote Versuchstiere in der EU.
Der größte Teil der Tierversuche fiel in den Bereich der Grundlagen- forschung (33%), gefolgt von der Forschung für Human-, Veterinär- und Zahnmedizin (31%) und der Produktkontrolle (15%). Die toxikologischen Versuche gingen trotz der größeren Anzahl der Mitgliedstaaten von 1.066.047 auf 1.026.286 Tiere zurück. Einen besonders starken Rückgang von 341.967 auf 198.994 gab es im Bereich der Ausbildung.
Als "erschreckend" bezeichnet die Ärztevereinigung, dass trotz des 2004 in Kraft getretenen EU-weiten Verbots von Kosmetik-Tierversuchen 5.571 Tiere in diesem Bereich verwendet wurden. Fast alle dieser Tests fanden in Frankreich statt.
Weitere Informationen: Fünfter Bericht der Kommission über die Versuchstierzahlen in den Mitgliedstaaten der EU
http://ec.europa.eu/environment/chemicals/lab_animals/pdf
Ärzte gegen Tierversuche ist eine Vereinigung von mehreren Hundert Medizinern und Wissenschaftlern, die den Tierversuch aus ethischen
und medizinischen Gründen ablehnen.
Ärzte gegen Tierversuche e.V., Landsbergerstr. 103, 80339 München,
Tel: 089-3599349, Fax 089-35652127,
info@aerzte-gegen-tierversuche.de
www.aerzte-gegen-tierversuche.de
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